|
In einem Städteverzeichnis des Landes Thüringen von 1925 tauchte erstmals eine farbige Beschreibung des Wappens mit der “Heiligen Margarethe” auf. Bereits 1933 ließ man von Heraldikern Gutachten über die Wappenfigur anfertigen. Die Aussagen waren, bis auf eine, identisch. Sankt Kilian war ursprünglich eine Frau.
Die im ältesten Siegel dargestellte Person wurde von mehreren Heraldikern als die heilige Margarethe gedeutet, die sich durch die Beigaben Kreuzstab, Krone und sechszackigen Stern ausweisen. Die Heilige steht auf dem Sinnbild des Bösen, einem Drachen. Diesen hat sie mit ihrem Kreuzstab getötet. Ihr war auch einer von einst 4 Altären in der Liebfrauenkirche gewidmet. Ein weiteres Gutachten erklärt, dass Kilian nie berechtigt war, eine Krone zu tragen, ebenso wenig wurde er je mit Kreuzstab und Blumen dargestellt. Man entschloss sich dennoch aus traditionellen Gründen für den Erhalt der Kilianfigur im Wappen.
Nach der politischen Wende im Jahre 1989 kam das Problem erneut auf. Das heraldisch umstrittene Stadtwappen wurde von den zuständigen Behörden nicht bestätigt. Heraldiker wurden mit der Anfertigung von gültigen und heraldisch richtigen Wappenvorschlägen beauftragt. Man lehnte sich dabei an die Darstellung aus dem Jahr 1925 an.
Auch die grundsätzliche Farbgebung wurde geändert. Blau-Gelb stellte einst die Farben des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen dar. Die neue Gestaltung in Rot-Weiß soll nun die Zugehörigkeit zu Thüringen dokumentieren!
|